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Sensorisch-integrative Strategien für die Schule

Aktualisiert: 22. Nov.

Ayres' Sensorische Integration (ASI) ist ein spannendes Thema, das uns hilft, Kinder, die "irgendwie anders" sind, besser zu verstehen. Gerade im Schulalltag begegnen wir immer wieder Kindern, die scheinbar nicht so recht in das übliche Raster passen. Doch oft liegt das nicht an mangelnder Motivation oder Intelligenz, sondern an ihrer Wahrnehmung - ihrer Sinnesverarbeitung oder sensorischen Integration. Mit den richtigen sensorischen Strategien für die Schule können Pädagog:innen diesen Kindern den Schulalltag erleichtern und ihnen helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten.



Warum sind sensorische Strategien für die Schule so wichtig?

Kennst du die Situation, dass ein Kind in deiner Klasse im Unterricht ständig zappelt, sich ablenken lässt oder überfordert wirkt? Oft sind das Anzeichen dafür, dass die sensorische Integration nicht optimal funktioniert. Diese Art von Imbalancen im Gehirn liegen nämlich bei bis zu 15% der Kinder vor! Kinder, die "irgendwie anders" sind, nehmen ihre Umwelt anders wahr. Sie können Geräusche, Berührungen oder Bewegung im Raum intensiver oder weniger intensiv wahrnehmen als andere oder einfach nicht exakt genug und daher auch nicht für die Leistungen nutzen, für die wir diese Sinnesinformationen brauchen.


Beispiele:

  • Geräusche exakt zu erkennen brauchen wir, um zu erkennen aus welcher Richtung der Rettungswagen kommt oder zu verstehen, was mir der Lehrer aufgetragen hat.

  • Berührungen exakt zu erkennen ist wichtig, damit ich nicht die ganze Schultasche auskippen muss, um etwas darin zu finden, und auch, um ein gutes "Fingerspitzengefühl" für den Stift zu haben.

  • Bewegungen im Raum gut zu erkennen brauchen wir, damit sich unser Körper rasch und automatisch anpasst, wenn wir hinzufallen drohen oder wenn die Straßenbahn ruckelt.


Hier kommen die sensorischen Strategien für die Schule ins Spiel. Sie helfen dir als Pädagog:in, den Unterricht so zu gestalten, dass alle Kinder wacher, aufmerksamer und aktiver am Unterricht beteiligt sind. Das bedeutet nicht, dass du den Lehrplan komplett umwerfen musst. Vielmehr geht es darum, kleine Anpassungen vorzunehmen, die große Wirkung zeigen.



Die 10 wirkungsvollsten sensorischen Strategien für die Schule


  1. Bewegungspausen einbauen, um das Gleichgewichtssystem nach langem Stillsitzen wieder zu aktivieren. Das ist eine Grundlage für Aufmerksamkeit, Motivation und aktive Beteiligung. Besonders wichtig ist das für Kinder, die unterempfindlich im Gleichgewichtssinn sind. Achte auch darauf, dass die Kinder in der Pause nicht nur herumsitzen oder -stehen. Die Pause sollte für Bewegung da sein, nach Möglichkeit im Freien.


  1. Dynamisches Sitzen und alternative Sitzmöglichkeiten, wiederum um den Gleichgewichtssinn und den Kraftsinn anzuregen, die beide mit Aufmerksamkeit und Konzentration zu tun haben. Am besten sind dafür Sitzbälle (immer mit Ballschale kaufen, damit der Ball nicht durch die Klasse rollt, wenn das Kind aufsteht!) geeignet, wie auch in mehreren Studien gezeigt wurde. ADHS-Kinder, die auf Sitzbällen saßen, hatten sogar eine schönere Schrift! Eine Alternative zum Sitzen ist das Stehpult. Tolle, aber etwas kostspieligere dynamische Sitzmöbel sind die Hokki Hocker und die Zuma Rocker der Firma Virco. Diese Schaukelstühle wurden speziell für die Klasse entwickelt, um das typische Kippeln mit dem Stuhl auf ungefährliche Weise anzubieten.


  1. Fummelspielzeug: Für manche Kinder wirkt es konzentrationsfördernd und beruhigend, etwas in der Hand zu haben. Sie sind taktile Reizsucher und wenn sie ihre Hände mit nichts anderem beschäftigen können, piesacken ihre Sitznachbarn oder zerlegen ihr Federpennal. Wir können ihnen auf gesunde, nicht störende Art geben, was ihr Gehirn verlangt: ein Körbchen mit Igelbällen und anderem Fummelspielzeug in der Klasse aufstellen, zu dem die Kinder freien Zugang haben. Natürlich sind Regeln notwendig, was mit diesen kleinen, oft gummigen Objekten gemacht werden darf und was nicht, aber das funktioniert in allen Klassen recht gut.


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